Was müsste in deiner Arbeit längst besser gehen?

KI eröffnet ständig neue Möglichkeiten. Entscheidend ist aber nicht, welches Tool du noch lernen könntest, sondern was in deiner eigenen Arbeit tatsächlich besser werden soll.

Das ist die größere Frage. Irgendwann wird sie jedoch sehr praktisch, denn Orientierung entsteht nicht allein dadurch, dass wir Entwicklungen verfolgen, neue Systeme ausprobieren und versuchen, den Überblick zu behalten. Sie entsteht auch dann, wenn wir unsere eigene Arbeit anschauen und uns fragen: Was möchte ich hier eigentlich anders machen?

An Möglichkeiten mangelt es nicht

Viele von uns arbeiten inzwischen regelmäßig mit generativer KI, Recherche- und Analysetools, automatisierten Abläufen, Transkription oder Übersetzung. Fast täglich kommen neue Möglichkeiten hinzu. Aber die Zahl der Tools, die wir kennen oder benutzen, sagt noch wenig darüber aus, ob sich unsere Arbeit dadurch tatsächlich verändert hat.

Interessanter ist deshalb, welche Tätigkeiten heute wirklich leichter oder schneller gehen, welche Abläufe wir grundlegend verändert haben und welche Arbeit vielleicht gar nicht mehr notwendig ist. Wo entstehen bessere Ergebnisse? Und wo gibt es trotz all der neuen technischen Möglichkeiten noch immer etwas, bei dem wir denken: Das müsste doch inzwischen anders gehen.

Genau dort wird es interessant.

Oft fehlt nicht die Idee

Vielleicht kennst du solche Situationen aus deiner eigenen Arbeit. Da ist eine Recherche, bei der du immer wieder dieselben Quellen zusammensuchst. Eine Dokumentation, für die Informationen regelmäßig aus mehreren Systemen zusammengetragen werden müssen. Besprechungen, nach denen Notizen, Entscheidungen und Aufgaben an verschiedenen Orten landen. Ein Bericht, ein Angebot oder eine Auswertung, die immer wieder nach einem ähnlichen Muster entstehen. Oder ein Arbeitsablauf, bei dem du schon länger vermutest, dass er sich heute ganz anders organisieren ließe.

Meistens fehlt nicht einmal die Idee, etwas zu verändern. Was fehlt, ist der Raum, eine solche Sache wirklich herauszugreifen, genauer anzusehen, eine andere Möglichkeit zu entwickeln und lange genug damit zu arbeiten, um beurteilen zu können, ob sie trägt.

Im normalen Arbeitsalltag gewinnt dagegen fast immer das Dringende. Man probiert etwas aus, liest noch einen Beitrag oder testet ein neues System, macht sich vielleicht eine Notiz für später – und arbeitet am nächsten Morgen doch weitgehend so weiter wie vorher.

Nicht von der KI zur Anwendung denken

Viele KI-Angebote beginnen bei der Technologie: Hier ist ein neues Werkzeug – was könntest du damit machen?

Wir drehen diese Perspektive um und beginnen bei der Arbeit: Was möchtest du daran verändern?

Vielleicht soll ein Vorgang weniger Zeit kosten. Vielleicht möchtest du Informationen besser organisieren oder herausfinden, welche Teile eines Prozesses automatisiert werden können. Vielleicht möchtest du eine neue Zusammenarbeit zwischen Mensch und technischen Systemen ausprobieren. Oder du stellst bei genauerem Hinsehen fest, dass ein Arbeitsschritt überhaupt nicht mehr notwendig ist.

Erst dann stellt sich die Frage, welche technischen oder organisatorischen Möglichkeiten dabei helfen können. Das kann generative KI sein, eine Automatisierung, eine bereits vorhandene Softwarefunktion, ein anderer Informationsfluss, eine veränderte Arbeitsteilung oder schlicht das Weglassen eines überflüssigen Schrittes.

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Die Lösung muss also nicht „mehr KI“ heißen.

Darum geht es uns bei KI-Orientierung: nicht möglichst viele neue Möglichkeiten anzuwenden, sondern im eigenen Kontext herauszufinden, welche davon sinnvoll sind.

Was wäre, wenn du dir dafür zwei Wochen nimmst?

Aus diesem Gedanken ist unser KI-Orientierungsprogramm entstanden. Nicht als weiterer Kurs mit einem vorproduzierten Wissensbestand, den alle TeilnehmerInnen gleichermaßen durcharbeiten, sondern als Rahmen, in dem jede Person an einer realen Frage aus der eigenen Arbeit arbeitet.

Am Anfang steht ein gemeinsamer Tag in einer kleinen Gruppe. Du musst dafür kein fertiges KI-Projekt und auch keine ausgearbeitete Lösung mitbringen. Eine Arbeitssituation, eine Idee oder ein Vorhaben reicht.

Das könnte zum Beispiel eine Aufgabe sein, die jedes Mal unnötig viel Zeit kostet, ein Ablauf, den du endlich neu organisieren möchtest, oder eine Idee, bei der du schon länger denkst, dass sie sich heute anders umsetzen ließe. Vielleicht möchtest du auch einfach herausfinden, ob ein bestimmter Arbeitsschritt künftig überhaupt noch in seiner bisherigen Form notwendig ist.

Gemeinsam schärfen wir daraus eine Frage, die sich tatsächlich erproben lässt. Danach folgen zwei Kalenderwochen, in denen du dein Vorhaben in deinem normalen Arbeitsalltag weiterverfolgst.

Das bedeutet weder zwei Wochen Vollzeit noch jeden Tag eine neue Kursaufgabe. Du entscheidest selbst, wann und wie intensiv du daran arbeitest. Manche Dinge lassen sich zwischendurch testen, andere brauchen einen längeren Arbeitsblock. Entscheidend ist, dass das Vorhaben für einen überschaubaren Zeitraum nicht wieder vollständig hinter dem Tagesgeschäft verschwindet.

Wir stellen dafür einen Rahmen bereit: methodische Impulse, Austausch mit den anderen TeilnehmerInnen, Feedback und gemeinsame Ankerpunkte. Das eigentliche Handeln findet aber dort statt, wo es relevant ist – in deiner Arbeit.

Und was kommt dabei heraus?

Nicht zwangsläufig die perfekte KI-Lösung.

Vielleicht trägt dein erster Ansatz und du führst ihn weiter. Vielleicht musst du ihn verändern, weil sich erst beim Ausprobieren zeigt, dass eine Annahme nicht stimmt. Vielleicht stellst du auch fest, dass eine vermeintlich gute technische Lösung dein eigentliches Problem gar nicht löst.

Auch das ist ein verwertbares Ergebnis, denn danach weißt du nicht nur mehr über irgendein KI-System. Du hast unter realen Bedingungen erfahren, was in deiner eigenen Arbeit trägt, was verändert werden muss und welche Möglichkeit du nicht weiterverfolgen möchtest.

Aus einer zunächst diffusen Idee wird damit eigene Erfahrung, und aus dieser Erfahrung lässt sich ein begründeter nächster Schritt ableiten. Genau darin liegt für uns ein wesentlicher Teil von Orientierung.

Für wen ist das interessant?

Nicht unbedingt für Menschen mit einem bestimmten Jobtitel. Entscheidend ist vielmehr die Situation.

Das Programm kann für dich passen, wenn du in deiner Arbeit einen gewissen Gestaltungsspielraum hast und eine Sache mit dir herumträgst, die du verändern, vereinfachen, neu organisieren oder endlich ausprobieren möchtest. Das können Führungskräfte, BeraterInnen, Selbstständige, Weiterbildungsverantwortliche oder andere erfahrene WissensarbeiterInnen sein.

Was sie verbindet, ist weniger ihre Berufsbezeichnung als die Möglichkeit, an der eigenen Arbeit tatsächlich etwas auszuprobieren und daraus Konsequenzen zu ziehen.

Nicht das passende Format ist das Programm dagegen, wenn du vor allem einen Überblick über aktuelle KI-Tools suchst, ChatGPT kennenlernen möchtest oder einen Kurs mit festgelegtem Lernstoff erwartest.

Vom Orientieren zum Machen

In unserem letzten Beitrag ging es um die Frage, wie wir uns selbst auf die Veränderungen durch KI einstellen können. Eine Antwort darauf lautet für uns: Wir müssen nicht nur beobachten und einordnen, was sich verändert, sondern an konkreten Situationen ausprobieren, was daraus für unsere eigene Arbeit folgt.

Genau deshalb haben wir das „Man müsste mal“ gestrichen.

Machen

Es geht darum, eine konkrete Sache im eigenen Arbeitsalltag lange genug zu verfolgen, um daraus eigene Erfahrungen und einen begründeten nächsten Schritt zu gewinnen.

Am 18. September startet die nächste kleine Gruppe unseres KI-Orientierungsprogramms.

Beim kostenlosen Online-Info-Termin am 26. August von 13:00 bis 13:30 Uhr zeigen wir, für welche Fragestellungen sich das Format eignet, wie der gemeinsame Tag und die anschließenden zwei Wochen funktionieren und woran du erkennen kannst, ob das Programm zu deiner Situation passt.

Mehr zum KI-Orientierungsprogramm

Die entscheidende KI-Frage wird auf den meisten Veranstaltungen gar nicht gestellt
Wie stellen wir uns selbst auf eine Entwicklung ein, deren Richtung niemand zuverlässig vorhersagen kann?

KI-Orientierung im Austausch: Vom „Man müsste mal“ zum konkreten Experiment
Unser früherer Beitrag über das Input-Paradox und die Entstehung des Formats.

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