Künstliche Intelligenz: Ein Schlüsselwerkzeug für eine nachhaltige Zukunft?

Entdeckt, wie KI unser Leben und unsere Arbeit grundlegend verändern kann und welches Potenzial sie für die Förderung der Nachhaltigkeit hat.


Heute sind mir verschiedene, interessante Beiträge durch die Timeline gelaufen, die mich zum Nachdenken anregten. Im Rahmen unseres KI-Kompass-Projektes sammeln wir Studien und Gespräche, wie künstliche Intelligenz unsere Arbeit tatsächlich berühren oder überflüssig machen könnte. Und wie man sich entsprechend vorbereiten oder andere Menschen unterstützen könnte, diese teilweise dramatisch sich vollziehende Entwicklung mitzugehen.

Nach den ersten Studien und Überlegungen dachte ich, dass diese sprachbasierten KI-Modelle vor allem WissensarbeiterInnen betreffen könnten. Tun sie auch, aber es geht wohl weiter: Es scheint naheliegend, dass wir zukünftig immersiv mit nahezu allem sprechen und uns in Echtzeit die gewünschte Welt mittels KI generieren lassen. Physische und digitale Welt wachsen zusammen. Filme, Gebäude, Krankenhäuser, Schulen usw. – alles KI-generiert – über Sprachbefehle oder Prompts, die wir formulieren. Sich dies zu vergegenwärtigen, klingt nach Science Fiction, liegt aber vermutlich nicht Jahrzehnte in der Zukunft.

Es vollzieht sich somit in der Welt der Technologien ein stiller, aber tiefgreifender Wandel. Künstliche Intelligenz (KI) formt dann nicht nur unser alltägliches Leben, sondern auch die Art und Weise, wie wir über Energieverbrauch und Nachhaltigkeit nachdenken. Obwohl KI oft mit hohem Energiebedarf assoziiert wird, zeigen Beispiele aus der Praxis, dass smart eingesetzte Technologien eine umweltfreundlichere Zukunft ermöglichen können.

Effiziente Lösungen durch KI-Anwendungen

Ein Beispiel hierfür ist das Engagement von Unternehmen wie Siemens und Microsoft, die ihre KI-Technologien nutzen, um energieeffizientere Systeme und Prozesse zu entwickeln. (Dies ist keine Werbung, sondern wirklich hochspannend!) Siemens hat beispielsweise durch den Einsatz von KI in der Automatisierungstechnik signifikante Energieeinsparungen realisiert. Ihre Systeme können vorausschauend Wartungen durchführen und damit nicht nur Energie sparen, sondern auch die Lebensdauer von Maschinen verlängern.

Microsoft wiederum nutzt KI, um den Energieverbrauch seiner Datenzentren zu optimieren. Durch intelligente Kühlungssysteme und energieeffizientes Server-Management reduziert das Unternehmen den Strombedarf und die CO2-Emissionen erheblich. Diese Maßnahmen sind Teil von Microsofts breiterem Ziel, bis 2025 ausschließlich erneuerbare Energiequellen zu verwenden.

Dieses aufgezeichnete Gespräch hier ist wirklich interessant zu deren kollaborativ wirkenden Ambitionen.

Der Siemens Industrial Copilot: Effizienz durch Intelligenz

Was sie in dem Video besprechen, ist u.a. der Siemens Industrial Copilot, der ein gutes Beispiel dafür ist, wie KI dazu beitragen kann, industrielle Prozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Diese KI-Plattform unterstützt TechnikerInnen und IngenieurInnen dabei, komplexe Aufgaben wie die Programmierung von Automatisierungscode oder die Diagnose und Behebung von Maschinenproblemen zu meistern.

Durch die Fähigkeit, natürliche Sprache zu verstehen und in Echtzeit auf technische Anfragen zu reagieren, reduziert der Copilot nicht nur die Zeit, die für Routineaufgaben benötigt wird, sondern hilft auch dabei, Fehler zu minimieren und den Betrieb zu optimieren. Diese Effizienzsteigerung führt zu einem geringeren Energieverbrauch und einer Reduzierung der Gesamtbetriebskosten, was den “Siemens Industrial Copilot” zu einem wertvollen Werkzeug in der Bestrebung macht, industrielle Prozesse umweltfreundlicher zu gestalten.

Von der KI-Unterstützung zur nachhaltigen Praxis

Ich fahndete dann weiter und folgte der Videoempfehlung, um mir diese inhaltlich gleichermaßen beeindruckende Keynote des Siemens-CEO anzuschauen. Langsam ahnte ich, dass GenAI unser Industriedenken grundlegend neu ausrichten lässt.

Auch in der Produktentwicklung und Materialwirtschaft leistet demnach KI einen bedeutenden Beitrag zur Nachhaltigkeit. Die Fähigkeit von KI-Systemen, große Datenmengen zu analysieren und Optimierungen vorzuschlagen, ermöglicht es Unternehmen, Materialverschwendung zu reduzieren und effizientere Produktionsmethoden zu implementieren. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist die Nutzung digitaler Zwillinge in der Fertigungsindustrie, die es erlaubt, Produkte virtuell zu testen und zu optimieren, bevor der eigentliche Produktionsprozess beginnt.

Die Rolle des Metaverse und digitaler Assistenten

Diese Videos betrachtete ich vor dem Hintergrund eines Artikels über ein Interview mit Jim Keller, den ich am Vormittag las.

Seine Prognosen, etwa dass in zehn Jahren Inhalte fast ausschließlich von KIs generiert werden, deuten auf eine Transformation hin, wie wir Medien konsumieren und interagieren. Statt traditionelle Filme anzusehen, könnten wir in interaktiven, KI-generierten Erlebnissen eintauchen. Dies unterstreicht das Potenzial der KI, weit über einfache Textgenerierung hinauszugehen und komplexe, kreative und interaktive Anwendungen zu ermöglichen, die unsere Art zu leben und zu arbeiten grundlegend verändern könnten. Das gipfelte dann in dieser Aussage:

“Alle Software, die je geschrieben wurde, wird verschwinden.” Und weiter: “Das wird schneller passieren, als du denkst. Und zwar hundertprozentig.”

Diese Vision zeigt, wie KI die Grenzen zwischen Realität und digitaler Welt weiter verwischen lässt, was nicht nur neue Formen der Unterhaltung, sondern auch der beruflichen und alltäglichen Interaktion erschafft. Solche tiefgreifenden Veränderungen in der Technologielandschaft könnten dazu beitragen, dass Unternehmen und Individuen effizienter, zielgerichteter und nachhaltiger agieren.

Herausforderungen und Chancen

Natürlich gibt es dabei auch erhebliche Herausforderungen. Der hohe Energiebedarf von KI-Systemen ist eine nicht zu unterschätzende Hürde. Doch die Lösung liegt vermutlich nicht im Verzicht auf KI, sondern in der Entwicklung von immer energieeffizienteren KI-Systemen und dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. Zusätzlich ist die Förderung offener Standards und die Reduzierung von Abhängigkeiten, wie von Keller angemerkt, entscheidend, um eine breite Akzeptanz und Anwendung nachhaltiger Technologien zu gewährleisten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KI mehr ist als nur ein Werkzeug für Marketing und Automatisierung. Sie ist ein entscheidender Faktor auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Welt. Durch einen intelligenten Einsatz kann KI helfen, Energie zu sparen, Ressourcen effizienter zu nutzen und die Umweltauswirkungen industrieller Prozesse zu minimieren. Klar kann und sollte man vielleicht über Degrowth-Strategien sprechen. Aber wie realistisch ist dies in einer weiterhin neoliberalen Welt?

Die Zukunft wird zeigen, wie diese Technologien unsere Welt formen werden, aber eines scheint mir sicher: Eine nachhaltige Zukunft erfordert moderne Technologien – und KI wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Das ist übrigens auch die durchschimmernde Meinung unserer interviewten ExpertInnen in dem neuen EcoTech-MOOC, der gerade veröffentlicht wurde. Dies aber nur nebenbei.

Was man lernen sollte

So, was braucht es also dann an Knowhow, auch wenn manche schon kolportierten, nicht jedeR müsse prompten lernen. Bin mir diesbezüglich auch nicht sicher, aber schaden tut es sicherlich nicht, wenn man sich in einer durch Sprache generierten Welt bewegen will.

Da trifft es sich gut, dass morgen der CLC Promptathon hybrid stattfindet. Man kann sich noch anmelden!

Update am 24.04.2024

Auf diesen Artikel stieß ich heute durch den FAZ-Newsletter zur d:economy.

Zusammenfassung durch ChatGPT

Der Artikel “Vom digitalen Zwilling zur Realität: Die Macht der KI im Industrial Metaverse” von Nina Müller berichtet über die neuesten Entwicklungen und die wachsende Bedeutung digitaler Zwillinge im Bereich der Industrie, insbesondere im Rahmen der Hannover Messe 2024. Digitale Zwillinge sind virtuelle Modelle von Maschinen und Robotern, die verwendet werden, um diese in einer simulierten Umgebung zu testen und zu trainieren, bevor sie in der realen Welt eingesetzt werden. Unternehmen wie Siemens, SAP und Schunk führen vor, wie generative KI-Technologien und das Industrial Metaverse dazu beitragen, die Entwicklung und Überwachung von Prototypen zu beschleunigen und zu verbessern.

Der Artikel hebt hervor, dass das Industrial Metaverse – ein industrieller Ableger des allgemeineren Metaverse-Konzepts – zunehmend Realität wird, wobei Siemens mit seiner Xcelerator-Plattform eine führende Rolle spielt. Im Gegensatz zu Mark Zuckerbergs sozial orientiertem Metaverse fokussiert sich das Industrial Metaverse auf praktische Anwendungen in der Industrie, wie das Echtzeit-Monitoring und die Verbesserung der Eigenschaften von Maschinen mithilfe künstlicher Intelligenz.

Trotz der beeindruckenden Möglichkeiten gibt es Herausforderungen auf dem Weg zur umfassenden Implementierung des Industrial Metaverse, darunter hohe Kosten, ein Mangel an notwendigem Fachwissen und Schwierigkeiten bei der Integration neuer Technologien in bestehende Systeme. Der Artikel schließt mit einer Diskussion über die Potenziale und Anwendungen des Industrial Metaverse, das durch Partnerschaften und Plattformen wie das Omniverse von Nvidia unterstützt wird, das digitale Zwillinge fast fotorealistisch darstellen kann.

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