L&D-Ausmist-Check · Erhebung 2026
86 % wollen ausmisten. 95 % haben keinen Prozess, um damit anzufangen.
Zehn Wochen, 43 Verantwortliche aus Konzernen, KMU und Bildungseinrichtungen. Eine Erhebung darüber, was im betrieblichen Lernen längst weg gehört — und warum es trotzdem bleibt.
Der Befund kommt von den Gestaltenden selbst
57 % der Befragten arbeiten in HR, L&D oder Personalentwicklung. Es sind nicht die Mitarbeitenden, die über die Lernabteilung klagen — es sind die Lernverantwortlichen über ihr eigenes Portfolio. Das macht den Befund schwerer wegzudiskutieren.
86 %
sehen dringenden Ausmist-Bedarf. Eine einzige Person hält ihr Angebot für aktuell.
95 %
haben keinen geregelten Prozess, um ein Lernangebot zu beenden — 40 % beenden gar nichts.
65 %
nennen das Gewohnheitstier der Fachbereiche als stärkste Barriere — nicht Recht, nicht Budget.
Was auf den Ideenfriedhof gehört
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- Frontalbeschallungs-Präsenzseminare, ohne Transfer — 57 %
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- Ganztägige PowerPoint-Marathons — 50 %
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- Isolierte Trainings ohne Anbindung an den Arbeitsalltag — 48 %
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- Pflicht-Wissenstests zur reinen Absicherung — 40 %
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- KI-Tools, ohne didaktisches Konzept hinzugefügt — 31 %
Die ersten drei sind Varianten desselben Musters: Lernen als Veranstaltung, außerhalb der Arbeit, von oben gesteuert. Platz fünf ist der Warnschuss — das nächste Altlasten-Problem entsteht gerade, indem KI in unveränderte Strukturen eingebaut wird.
Das Problem ist selten das Format. Es ist die Architektur, in der das Format läuft.
Auf welcher Ebene der Bestand tot ist
Aus 112 codierten Nennungen lässt sich ablesen, wie tief der Ausmist-Wunsch reicht — und wo er aufhört.
Das Feld greift nach den sichtbaren Teilsystemen — die Plattform, das Seminar, der Kurs. Die Steuerungslogik dahinter, die das alles erzwingt, taucht nur bei gut einem Viertel auf. Wer das LMS abschafft, aber die Pflichtlogik behält, führt das nächste LMS unter denselben Bedingungen ein.
Der nächste Schritt
Der Exnovation-Audit
Die Erhebung zeigt das Muster. Im eigenen Haus sieht man es selten — weil man Teil davon ist. Der Audit ist eine Standortbestimmung: Welcher Lern- und KI-Bestand trägt noch, welcher läuft nur aus Gewohnheit weiter, und welche Kompetenz hält den Laden eigentlich zusammen, ohne je in einem Format aufzutauchen?Eine Diagnose, kein Training. Wir kartieren, was tot ist und blockiert — und legen frei, was unter dem toten Bestand schon trägt.
Ausmisten allein erzeugt ein Vakuum. Deshalb arbeitet der Audit in zwei Richtungen: er benennt, was weg kann und an welcher Entscheidung es hängt — und er macht die informelle, an Personen gebundene Kompetenz sichtbar, die das tote Format ohnehin schlecht ersetzt hat. Wer abschaltet, ohne das zu wissen, verliert beim Aufräumen genau das, was die Organisation getragen hat.Wie der Audit arbeitet
1 · Audit — den Bestand sichtbar machen
Das Portfolio wird kartiert: Welche Angebote erzeugen keinen Transfer mehr, welche Kennzahlen messen nur noch Anwesenheit statt Wirkung. Vorab die entscheidende Frage: Lässt sich das überhaupt beenden, oder ist es technisch und vertraglich so gebaut, dass ein Ausstieg blockiert ist?2 · Quarantäne — das Aufschichten stoppen
Kein neues Budget, kein neues Tool, kein KI-Feature in Formate, die sich im Audit als wirkungslos erwiesen haben. Bevor abgebaut wird, hört das Anbauen auf.3 · Freilegen — sehen, was schon trägt
Bevor etwas abgeschaltet wird: Wo sitzt das Wissen, das die Arbeit wirklich am Laufen hält? In narrativen Einzelgesprächen wird die informelle, an Personen gebundene Kompetenz sichtbar — das, was das tote Format nie abgebildet hat und was bei Ruhestand, Nachfolge oder Umbau sonst unbemerkt verschwindet.4 · Exnovieren — den Raum freigeben
Der Phase-Out wird geplant und benannt, der frei werdende Raum mit dem besetzt, was die Diagnose als tragend freigelegt hat — kontextnäher als das, was wegfällt. Ausmisten ohne Nachfolge erzeugt nur ein Vakuum, das sich wieder mit Altem füllt.Wann der Audit ansetzt
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- Ruhestandswelle — erfahrene Trägerinnen gehen, und niemand weiß genau, was sie mitnehmen
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- KI-Einführung stockt — Tools sind da, die Wirkung bleibt aus, weil sie in unveränderte Strukturen eingebaut wurden
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- Nachfolge in einer Schlüsselrolle — was genau wird da eigentlich übergeben?
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- Umbau, Fusion oder Sparrunde — plötzlich weiß bestimmte Dinge niemand mehr
Für wen
Bereichs- und Geschäftsleitung, Stiftungs- und Verbandsspitzen — alle, die über die Steuerung des Lernens entscheiden, nicht nur über seine Verwaltung.Mit wem
Dr. Anja C. Wagner und Nicole Bauch — zwei Auditorinnen, zwei Perspektiven. Die strategische und die operative Reibung werden zusammen gelesen.Pilotphase 2026
Wir bauen den Audit gerade auf — und suchen erste Organisationen.
Der Exnovation-Audit ist noch kein fertiges Produkt von der Stange. Wir entwickeln ihn an realen Fällen, zu Pilot-Konditionen, mit Organisationen, die einen erkennbar toten Lern- oder KI-Bestand mit uns durchleuchten wollen.
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- Begrenzte Zahl an Pilot-Mandaten in 2026
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- Reduzierte Konditionen gegen offene Mitgestaltung des Formats
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- Start mit einem Erstgespräch — kein Verkaufsgespräch, eine erste gemeinsame Diagnose
ab 4.900 € zzgl. MwSt. — Umfang je nach Organisationsgröße, auf Anfrage

