Mehr Ambition, bittschön!

Wer mehr Freizeit will, muss produktiver werden

Es ist ein wenig gegen den postulierten Trend der allseits gewünschten Arbeitszeitverkürzungen, aber was Ulrike Malmendier im Spiegel sagt, da ist etwas dran: Wir arbeiten zu wenig!

Oder um es diplomatischer auszudrücken: Wir arbeiten nicht effizient genug und auch nicht zukunftsorientiert genug. Geschweige denn fehlt es in der breiten gesellschaftlichen Masse an Ambitionen, wirklich etwas reißen zu wollen. Nicht i.S.v. Karriere, sondern im Interesse unserer aller Zukunft. Dabei steht “uns” hier in Deutschland einiges zur Verfügung.

Die Ökonomin argumentiert, dass Deutschland sein Potenzialwachstum steigern könnte, indem es mehr Fachkräfte ins Land holt und die Produktionsfaktoren effizienter nutzt. Zudem betont sie die Bedeutung von Innovationen in den Bereichen Automatisierung, Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) für die Produktivitätssteigerung und fordert einen optimistischeren Umgang mit dem Klimawandel und technologischen Herausforderungen.

Malmendier kritisiert auch die Bürokratie und langsame Fortschritte bei gesetzlichen Reformen, wie dem Wachstumschancengesetz, und ruft zu mehr Unternehmertum und einer offeneren Haltung gegenüber neuen Technologien und internationalen Fachkräften auf. Gut, da haben noch so einige gesellschaftliche Gruppen einen gehörigen Nachholbedarf, was digitale Kompetenz und Innovationsfähigkeit im weitesten Sinne bedeutet.

Sie sieht aber in der dualen Ausbildung und in Deutschlands Ingenieurskunst wichtige Ressourcen für die Zukunft und betont die Stärke der deutschen Gesellschaft als kohärent und demokratisch. Das ist vermutlich der kalifornische Optimismus 😉

Denn im Detail müssten wir angesichts der langatmigen, mitunter ausbeuterischen Berufsausbildungen da nochmals genauer drauf schauen, aber von der Tendenz her stimme ich zu: Es fehlt allerorten an Ambition, etwas Positives beizutragen für die dringend benötigte wirtschaftliche Transformation – und damit der gesellschaftlichen, ökologischen usw.

Also, sehr lesenswert – der Artikel!

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