Neue Studie: Der KI Gender Gap

Warum Frauen weniger generative KI nutzen und was das für die Zukunft bedeutet

Die wesentlichen Erkenntnisse im Überblick

Die Meta-Analyse zeigt deutlich, dass Männer weltweit häufiger auf generative KI-Tools zurückgreifen als Frauen – und zwar in nahezu allen Regionen, Branchen und Berufen. Selbst wenn Frauen Zugang zu denselben Tools haben, bleiben sie oft zurückhaltender in ihrer Nutzung. Konkret hat die Studie herausgefunden, dass Frauen 24,6 % seltener generative KI-Tools verwenden als Männer. Besonders eindrucksvoll ist das Beispiel aus Kenia: Hier hatten alle Teilnehmenden gleiche Zugangsmöglichkeiten zu KI-Tools, dennoch nutzten Frauen diese seltener.

Aber woran liegt das? Die Meta-Studie entkräftet ein oft angeführtes Argument: Das Geschlechtergefälle lässt sich nicht einfach durch die Unterrepräsentation von Frauen in bestimmten Berufsfeldern wie der Informatik erklären. Selbst wenn Faktoren wie Ausbildung, Berufserfahrung, Standort oder persönliche Vorlieben berücksichtigt werden, bleibt das Geschlechtergefälle bestehen – und in manchen Fällen vergrößert es sich sogar.

Webtraffic bestätigt das Phänomen

Ein zusätzliches Highlight der Studie ist die Analyse von Webtraffic-Daten auf beliebten KI-Plattformen wie ChatGPT, Claude, Midjourney und Perplexity. Die Verteilung der Geschlechter bestätigt das Bild aus den Umfragedaten: Männer besuchen KI-Websites deutlich häufiger als Frauen. Dies verstärkt die Relevanz der Ergebnisse und zeigt, dass das Geschlechtergefälle in der KI-Nutzung mehr als nur ein statistischer Zufall ist.

Warum diese Kluft ein ernstes Problem ist

Die Implikationen dieses Geschlechtergefälles könnten weitreichende Folgen für die Technologieentwicklung haben. Da generative KI noch immer in einem relativ frühen Stadium ist, besteht das Risiko, dass Frauen durch ihre geringere Nutzung weniger Einfluss auf die Gestaltung dieser Tools haben.

Ein Missstand, der sich möglicherweise in der User Experience niederschlägt, da EntwicklerInnen oft auf Daten zur Nutzung durch Early Adopters setzen. Werden Frauen und ihre spezifischen Bedürfnisse nicht ausreichend berücksichtigt, könnte dies zu KI-Systemen führen, die gängige Geschlechterstereotype verstärken und Aufgaben, die für Frauen besonders relevant sind, vernachlässigen.

Was kann getan werden?

Die AutorInnen der Studie rufen dazu auf, das Geschlechtergefälle nicht nur durch gleichen Zugang zu KI-Tools zu verringern, sondern auch die sozialen und verhaltensbedingten Barrieren anzusprechen.

Es sind also sowohl politische als auch unternehmerische Maßnahmen gefragt, um diese Kluft zu schließen. Von gezielten Bildungsprogrammen über Initiativen zur Sensibilisierung bis hin zur Förderung von Frauen in der Tech-Branche – die Möglichkeiten sind vielfältig, aber auch notwendig.

Es handelt sich also nicht nur um eine Frage der Kultur oder des Zugangs, sondern um eine tiefere soziale und psychologische Hürde, die es zu überwinden gilt.

Fazit zur Studie

Die Meta-Studie „Global Evidence on Gender Gaps and Generative AI“ führt uns vor Augen, dass es ein globales Problem im Zugang und in der Nutzung von KI gibt, das über den bloßen Zugang hinausgeht. Um eine Zukunft zu gestalten, in der Technologie wirklich inklusiv ist, sind gezielte Maßnahmen gefragt – sowohl von politischer als auch von wirtschaftlicher Seite. Die Geschlechterkluft in der Nutzung generativer KI kann nicht ignoriert werden, wenn wir sicherstellen wollen, dass diese Tools wirklich allen Menschen dienen.

KI-Power für Frauen 45+

Wie gut, dass heute ab 13 Uhr unser Online-Kurs auf dem KI-Campus freigeschaltet wird 😀 Darin kümmern wir uns um das Problem – in ersten Ansätzen.

Unser Kurs richtet sich an Learning Professionals und MultiplikatorInnen, die erwachsene Frauen in die Welt der KI begleiten möchten. Neben allgemeinen Einführungen kann hier jede*r die Vorteile des selbstgesteuerten Lernens in Lerngruppen anhand des lernOS KI-Leitfadens entdecken. 

Der Kurs zeigt TeilnehmerInnen zeitgemäße Wege auf, wie man auch Frauen im fortgeschrittenen Alter praxisnah in die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz einführen und Lernende in kleinen, motivierenden Gruppen vernetzen kann.

Was TeilnehmerInnen erwartet?

  • Neue Rollen für Learning Professionals: 
    Wie die (Weiter-)Bildung sich durch KI & Digitalisierung wandelt
  • Berufe von morgen: 
    So verändert sich der Arbeitsmarkt durch die digitale Transformation und den Einsatz von KI
  • Schluss mit Altersdiskriminierung: 
    Frauen 45+ sollten sich durch Digitalisierung und KI herausgefordert fühlen
  • Agiles Lernen erobert den Bildungsbereich: 
    Selbstgesteuertes Lernen in Kleingruppen kann die Motivation der Teilnehmenden steigern helfen
  • In nur 4 Wochen fit für die Praxis: 
    Den lernOS KI Leitfaden komprimiert durcharbeiten – verständlich und umsetzbar

Kommt vorbei und macht mit. Bis Ende des Jahres begleiten wir den asynchronen Online-Kurs auch LIVE. Anschließend steht der Kurs selbstverständlich weiterhin allen Interessierten zur Verfügung.

Übrigens sind auch Männer herzlich eingeladen 😎

Laufzettel für die nächsten Wochen

Ab 31.10.2024 um 13 Uhr online zugänglich.

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