Gerhard Steidl: A paper man with a sense for the digital

Karl Lagerfeld nannte ihn den weltweit besten Drucker. Wie auch sonst, erschienen seine Fotobücher doch allesamt beim Steidl Verlag. 

In dieser hier verlinkten Podcastfolge im Interview mit Gerhard Steidl wird man Zeugin einer beruflichen Biografie, wie sie in Deutschland nur selten vorzufinden ist. Ein Mann aus einer Arbeiterfamilie arbeitet sich beflissen hoch zu den künstlerisch ganz Großen ihrer Zeit. Von Begegnungen und Kooperationen mit Andy Warhol über Günter Grass, Keanu Reeves bis zu eben jenem Karl Lagerfeld und vielen anderen handelt dieses Gespräch. Man könnte fast meinen, es sei Namedropping, aber wer Steidl jemals live erlebte, weiß, wie bodenständig und “normal” er wirkt(e).

Es ist eine inspirierende Reise in eine arbeitsame, konzentrierte, leidenschaftliche Karriere auf dem schmalen Grat eines professionellen, ja, nahezu perfektionistischen Berufsethos’, von dem sich vielleicht jedeR eine Scheibe abschneiden kann?!

Interessant auch seine Sicht, warum Fotobüchern heute noch solch eine Bedeutung zukäme: Es ist die visuelle Kompetenz, die sich durch die ständige Nutzung von Smartphones und der Faszination an den digitalen Bildern in den verschiedenen Apps immer weiter ausbildet. Die Menschen lernen nebenbei, eben informell, was ein gutes von einem weniger guten Bild unterscheidet. Deshalb können sie auch gute Fotografien heute besser lesen. Und tun dies auch gerne auf einem guten Blatt Papier.

Ein wirklich inspirierendes Gespräch, das ich jedem ans Herz legen möchte.


Artikel am 28. November 2022 erschienen auf piqd als Hinweis auf den SWR2-Beitrag Gerhard Steidl: „Ich lebe in Göttingen. Mein Arbeitsplatz ist die Welt.“

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