Von der digitalen Kompetenz zur digitalen Intelligenz

Es wimmelt nur so von Anforderungen, denen moderne Menschen gerecht werden sollen. Medienkompetenz => Future Skills => Digitale Kompetenz => Digitale Intelligenz

Blickt noch jemand durch? Was das Leben allerdings von uns allen erleichtern würde, wäre eine gewisse Gleichverteilung bestimmter individueller Grundlagen, um dazu beizutragen, dass unsere Gesellschaft perspektivisch gerüstet ist für die Herausforderungen der krisenhaften Zukunft.

Nicht als Lern- und Testprogramm, damit Menschen bereit sind, die volkswirtschaftlichen Interessen für das 21. Jahrhundert umzusetzen. Sondern als Tool, das zum Empowerment beiträgt: Menschen können selbstbestimmt schauen, was es eigentlich bräuchte, um die Herausforderungen unserer Zeit aktiv mitzugestalten.

Zum Hintergrund

Aber fangen wir vorne an, denn der Kompetenzbegriff ist etwas aus dem Ruder gelaufen:

Eine Explosion der Skill-Konzepte

Es existieren zwischenzeitlich zig feingranulare Unterscheidungen, welcher “Skills” (oder: Fähigkeiten im weitesten Sinne) es braucht, um für die Zukunft individuell gut gewappnet zu sein. So sieht beispielsweise die von der Europäischen Kommission beauftragte ESCO-Klassifikation 13.890 (!) unterschiedliche Skill-Konzepte vor, die für den heutigen Arbeitsmarkt mehr-oder-weniger relevant seien. Der digitale Kompetenzrahmen der EU wiederum konzentriert sich in seinem “DigiComp 2.X” auf 5 Bereiche mit insgesamt 21 “Kompetenzen”, die Bürger*innen demnach benötigen, um gemäß der “European Skills Agenda” für das 21. Jahrhundert gut gerüstet zu sein. Und so existieren weltweit diverse Kompetenzrahmen, die mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Weltsichten die Bevölkerung zu ermuntern versuchen, sich für die kommende Zeit adäquat zu rüsten.

Dabei wissen wir aus dem “Corporate Learning”-Kontext, wie schwierig es selbst für global agierende Unternehmen mit riesigen HR-Budgets ist, ihre eigenen Belegschaften mit einem zukunftsorientierten Kompetenzprofil am Puls der Zeit zu halten und kontinuierlich anzupassen. Es scheint schier unmöglich, in der exponentiellen Geschwindigkeit, in der sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Entwicklungen vollziehen, einen je aktuellen Status Quo der benötigten Skillsets zu erheben, was heute wirklich relevant erscheint für einzelne Menschen, die aktiv teilhaben wollen (und müssen).

Die Herausforderung unserer Zeit

Will man Menschen weniger als Lemminge betrachten, sondern ihnen eine gewisse Handlungskompetenz zugestehen, benötigen aus unserer Sicht auch selbstorganisierte Erwachsene eine halbwegs übersichtliche Handreichung, wie sie aktiv an der Entwicklung im digitalen Zeitalter teilhaben können.

Ja, wir brauchen sogar aus gesamtgesellschaftlicher Sicht eine Art Anforderungskatalog, was wir von heutigen Menschen erwarten, damit wir gemeinsam die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen. Es ist insofern eine “Win-Win”-Situation, wenn sich Menschen selbstständig auf den Weg machen, zu begreifen, was es bräuchte, um in den demokratisch legitimierten Lauf der Welt einzugreifen und aktiv mitzugestalten. Und sei es nur im Kleinen.

Nun mag es vermessen sein, den Anspruch zu erheben, einen Anforderungskatalog zu erstellen, an dem sich Menschen orientieren können. Aber aus unserer Sicht nimmt man Personen erst dann wirklich ernst, wenn man ihnen zumindest die Chance und die Rahmenbedingungen bietet, derer es braucht, um aktiv teilhaben zu können. Und zwar alle, die sich als vernunftbegabte Wesen begreifen.

Es entsteht: Ein Anforderungskatalog

Um vor dem Hintergrund der vielfältigen, interessengeleiteten Kompetenzrahmen einen maximal objektiven Anforderungskatalog abzuleiten, was wir von Menschen unserer Zeit erwarten im digitalen Zeitalter. Worum es uns konkret geht, ist perspektivisch den Anforderungen auch erste Handreichungen, Links und Ideen zuzuordnen, damit man sich persönlich und selbstbestimmt auf den Weg machen kann.

Unser Motto: Wir benötigen jedes einzelne, kluge Gehirn, hier mitzudenken. Also, lasst uns wechselseitig “upskillen”. Gemeinsam können wir uns gut ergänzen!

Zum weiteren Hintergrund möge man den hier verlinkten Blogbeitrag lesen bei Interesse.

Aufbauend auf diversen Kompetenzrahmen

Wir haben diesen Katalog als Meta-Rahmen entwickelt, der sich aus den Erkenntnissen der vielfältigen globalen Kompetenzrahmen zusammensetzt, die aus unterschiedlichen Interessen heraus von unterschiedlichen Playern adressiert werden. Unsere Sammlung umfasst:

Version 1 (2018/19)

  • 4K-Kompetenzrahmen “Partnership for 21st Century Skills” (P21 aus USA)
  • EU-Kompetenzen für lebenslanges Lernen (2018)
  • KMK: Bildung in der digitalen Welt (2016)
  • Stifterverband/McKinsey: Future Skills (2018)
  • BIBB: Entwicklung von Medienkompetenz in der Berufsausbildung (2016)
  • WEF: Digital Intelligence Map (2016)
  • Britische digitale Identität im Gesundheitswesen
  • Canadian Digital Literacy
  • Medienkompetenzrahmen NRW (2017)

Aktualisierung (Februar 2022)

  • Stifterverband: Future Skills 2021

Coming soon

  • Ehlers: Future Skills
  • EU: DigiComp 2.2
  • EU: Life Skills
  • EU: GreenComp
Zu unserer Arbeit

Wir beginnen diese Ausarbeitung auf eigenes Betreiben. Es existiert weder eine Auftraggeberin noch ein Sponsor. Ziel ist es, für uns selbst herauszufinden, wie wir am besten einzelne Zielgruppen unterstützen können. 

Dazu laden wir ein paar Personen in ein uns unterstützendes Beratungsgremium ein, um gemeinsam einen geeigneten Weg zu finden. Die zentrale Frage ist, wie wir bottom-up einen maximal objektiven Zugang zu dem demokratisch benötigten, gesamtgesellschaftlichen, nachhaltigen digitalen Kompetenzprofil gelangen. 

Da wir diese Arbeit nebenher in unendlichen Abend- und Wochenend-Stunden praktizieren, aber auch dem Thema geschuldet, verbleibt dieser Katalog immer ein: Work in progress

Bei Interesse an der folgenden Public-Beta-Gruppe: Bitte hier eintragen! Danke.

Worum geht es konkret?

Der Anforderungskatalog bezieht sich auf die individuellen Facetten der digitalen Intelligenz für das 21. Jahrhundert. Nicht auf allgemeine Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen und diverse allgemeine Grundkenntnisse und Befähigungen, die für das individuelle wie gesellschaftliche Leben generell weiterhin von Bedeutung sind. 

Was sich alle Menschen fragen sollten

Welchen Anforderungen sollte ich zu Beginn des 21. Jahrhunderts gerecht werden, damit ich als digital kompetenter Mensch die Entwicklung in meiner Region persönlich mitgestalten kann?

FROLLEINFLOW
seit 2011

Wir machen zufällig großartige Bildung 😉