Sich selbst upskillen – was braucht es dazu?

Die Hälfte von uns wird sich in den nächsten fünf Jahren neu qualifizieren müssen, wenn die “doppelte Störung” durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und die zunehmende Automatisierung, die Arbeitsplätze verändert, zum Tragen kommt. (…) Aber gerade die technologische Umwälzung, die Arbeitsplätze verändert, kann auch der Schlüssel zur Schaffung von Arbeitsplätzen sein – und uns helfen, neue Fähigkeiten zu erlernen.

So legt dieser hier hinterlegte Artikel aus dem Oktober 2020 den Grundstein für die kommenden Überlegungen, die an Relevanz eher zugenommen haben durch die Vervielfachung der Krisensymptomatiken. 

Wie im vorherigen piqd angedeutet, befinden wir uns inmitten einer „Revolution der Umschulung“. Die Erwerbstätigen müssen sich nunmehr kontinuierlich weiterbilden – und zwar nicht nur in Phasen von (drohender) Arbeitslosigkeit. Dies nicht nur, um den Arbeitgeber:innen weiterhin als lukrativ auszubeutende Arbeitskraft zur Verfügung zu stehen, sondern um tatsächliche Probleme zu lösen. Und zwar im Interesse der Menschheit – darunter läuft heute nichts mehr.

Zur Bewältigung der vielfältigen Krisen und Herausforderungen unserer Zeit braucht es also einerseits neugierige, offene Menschen, die sich ernsthaft um die Probleme zu kümmern bereit sind. Und es braucht auf der anderen Seite flexible, agile Zugänge zu dynamischen Inhalten wie Methoden. Um die aktuell entscheidenden Fähigkeiten sich aneignen zu können.

Aber was sollte man möglichst beherrschen?

Der WEF-Bericht listet die „Top 10 Skills für 2025“ auf – und arbeitet heraus, welche große Bedeutung den Fähigkeiten zur Problemlösung, dem Selbstmanagement, der Arbeit mit Menschen und dem Technologieeinsatz bzw. der Technologieentwicklung zukommt.

Kritisches Denken und Problemlösung stehen ganz oben auf der Liste der Fähigkeiten, von denen die Arbeitgeber:innen glauben, dass sie in den nächsten fünf Jahren an Bedeutung gewinnen werden. Diese sind seit dem ersten Bericht von 2016 unverändert geblieben.
Neu hinzugekommen sind in diesem Jahr jedoch Fähigkeiten des Selbstmanagements wie aktives Lernen, Belastbarkeit, Stresstoleranz und Flexibilität.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass hier zwar aus Sicht von Arbeitgeber:innen argumentiert wird, diese Skills aber auch (und erst recht) für Selbstständige, Kreative und Freiberufler:innen unbedingt empfehlenswert sind.

Und wie viel Zeitinvestment muss man einplanen, dies zu lernen?

Hier lieferte Coursera statistische Daten zu.

Die Plattform sagt, dass es nur ein bis zwei Monate dauern muss, eine der 10 wichtigsten Fähigkeiten in aufstrebenden Berufen in den Bereichen Menschen und Kultur, Schreiben von Inhalten sowie Vertrieb und Marketing zu erwerben.
In zwei bis drei Monaten könnten die Lernenden ihre Fähigkeiten in den Bereichen Produktentwicklung, Daten und KI erweitern. Ein viermonatiges Lernprogramm könnte den Menschen helfen, eine Rolle in der Cloud und im Engineering zu übernehmen.

Mit anderen Worten: Über digitale Lernplattformen und Netzwerke können sich Menschen relativ schnell erforderliche neue Fähigkeiten aneignen. Sie benötigen dazu lediglich Zeit und ggf. einige (wenige) finanzielle Mittel, um diese neuen Chancen sich zu erarbeiten. 

Die Grundlagen für das selbstbestimmte Lernen sind also bereits vorhanden. Und an Herausforderungen mangelt es nun wahrlich nicht mit Blick auf eine nachhaltige Wirtschaft, die es dringend zu etablieren gilt. Jetzt braucht es lediglich einer Strategie, die Bausteine zusammenzufügen. Und etwas intrinsische Motivation sozio-kulturell zu forcieren … 


Artikel am 30. Mai 2022 erschienen auf piqd als Hinweis auf den WEF-Beitrag These are the top 10 job skills of tomorrow – and how long it takes to learn them

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