Den Langzeitfolgen des Homeoffices konstruktiv begegnen

Ist es problematisch, wenn sich Angestellte im mobilen Modus mittel- bis langfristig voneinander entfremden und keine Lust mehr haben, neben den notwendigen Videokonferenzen nun auch noch regelmäßige Socializing-Meetings zu absolvieren?

Jessica Powell berichtet von der wachsenden Entfremdung der Angestellten untereinander, aber auch gegenüber ihren Unternehmen. Zudem erkennen immer mehr Menschen, dass es im Homeoffice keiner „9-to-5“-Rhythmik mehr braucht, sondern dass es okay ist, privates mit beruflichem Leben flexibel zu mixen. 

Solange die Personen wissen, was sie bis wann zu erledigen haben, steht dem grundsätzlich nichts entgegen. Außer eben die horizontale Mobilität auf beiden Seiten: Angestellte sind vielleicht eher bereit zu wechseln. Und Arbeitgeber tun sich leichter, Menschen zu feuern. (In Ami-Land wird dies ja eher laxer gehandhabt als hierzulande.)

Aber wie könnte man dieser Unverbindlichkeit als Unternehmen besser entgegensteuern? Dort gab es ja auch bislang oft kostenlosen Kaffee, Obst oder sonstige Annehmlichkeiten.

Unternehmen könnten sich auf das Wohlergehen der Mitarbeiter aus der Ferne konzentrieren und Vergünstigungen anbieten, die den Mitarbeitern helfen würden, zu Hause zu gedeihen. Haben Menschen in heißen Klimazonen Zugang zu einer Klimaanlage? Hat jeder die Ausrüstung, die er braucht? Wie können Unternehmen die psychische Gesundheit eines Mitarbeiters unterstützen, jetzt, da die meisten Interaktionen über einen Bildschirm vermittelt werden? Würden einige Mitarbeiter kooperative Hubs bevorzugen – eine leichtere Version des traditionellen Büros? Und vielleicht werden Unternehmen endlich überlegen, ob Eltern eine angemessene Kinderbetreuung haben?

Der sich abzuzeichnenden herbstlichen Isolation in den diversen Homeoffices etwas konstruktiv entgegenzustellen und das tägliche Leben transformativ mit dem Berufsleben zu verzahnen: Das ist die Herausforderung der nächsten Zeit!


Artikel am 28. September 2020 erschienen auf Piqd als Hinweis auf den NYT-Artikel The Rise of Remote Work Can Be Unexpectedly Liberating

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