Wie Schulen in Los Angeles auch im 2. Halbjahr auf Online-Lehre setzen

Wir kennen hiesige Diskussionen rund um Schulöffnungen in den verschiedenen Bundesländern, die unbedingt auf Präsenzunterricht setzen möchten/ müssen/ wollen. Anders in Kalifornien:

Die Lehrergewerkschaft von Los Angeles und lokale Bildungsbeamte stimmten am Montag einem Plan zur Wiederaufnahme des reinen Online-Unterrichts im zweitgrößten Schulbezirk der Nation inmitten der Coronavirus-Pandemie zu. Die Vereinbarung umfasst neue Standards und Arbeitsregeln, die regeln, wie die 30.000 Lehrer*innen des Los Angeles Unified School District (LAUSD) die 700.000 Schüler*innen, die zu Beginn des neuen Schuljahres am 18. August zu Hause bleiben, unterrichten werden.

In dem zweiwöchigen Aushandlungsprozess wurden die Erfahrungen der ersten Distance-Learning-Phase im Frühjahr verwertet – und Kalifornien hatte diesbezüglich eh weit fortschrittlicher agiert als in hiesigen Landen. (Wir hatten hier darüber berichtet.) Jetzt soll es geben: 

  • altersgerechte Klassenpläne für alle Klassenstufen vom Kindergarten bis zur Highschool,
  • tägliche Videokonferenzen mit Echtzeit-Lehre,
  • digital aufbereitete Online-Materialien und Aufgaben für das asynchrone Selbstlernen,
  • Unterricht in Kleingruppen,
  • lehrergeleitetes „Peer-to-Peer“-Lernen,
  • individuelle Betreuung nach Bedarf,
  • Berufsberater*innen und andere nicht lehrende Mitarbeiter*innen folgen einem wöchentlichen Dienst- und Bürozeitenplan,
  • spezielle Weiterbildung für die Lehrenden für ihre berufliche Weiterentwicklung.

Die Lehrenden können optional aus ihren Klassenräumen heraus arbeiten. Die Schüler*innen hingegen lernen von zu Hause aus – und ihre Arbeit wird täglich pro Unterrichtseinheit erfasst. Also, insgesamt ziemlich genau so, wie es grob ausschauen müsste angesichts steigender regionaler Infektionszahlen. Wie es dazu kam? Die Lehrer*innen hatten in einigen US-Schulbezirken gegen Pläne zur Wiederaufnahme des Unterrichts in den Klassenräumen gestreikt. Kann man ja irgendwie auch nachvollziehen … 

Wie man mit Schüler*innen in benachteiligten Haushalten umgehen will, gilt es jetzt zu beobachten. Aus anderen kalifornischen Regionen war zu vernehmen, dass sie WLAN-Busse zur Verfügung stellen und regionale Konzepte fahren. Wir werden das weiter beobachten. 


Artikel am 4. August 2020 erschienen auf Piqd als Hinweis auf den Reuters-Beitrag L.A. teachers reach deal with school district on remote education

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