Distance Learning in kalifornischen Schulen – wie geht das?

Das mit der „digitalen Bildung“ in deutschen Schulen in Corona-Zeiten lief bislang nicht optimal und hat systemische Ursachen. Zeit, über die Grenzen hinaus zu schauen, wie es andere handhaben. Kalifornien scheint einen Blick wert zu sein. 

Um den Schulen eine mittelfristige Perspektive zu geben, hatte die Landesregierung im März gleich zu Beginn des Lockdowns verkündet, die Schulen bis zum Schuljahresende zu schließen. Also vor Anfang September sei keine Rückkehr in die Schulen möglich. Sie sollten sich entsprechend grundlegende Gedanken machen, wie sie ihrem Auftrag gerecht werden könnten, mittels Distance Learning und regionalen Lösungen die grundlegende Versorgung (auch mit Blick auf Mittagessen) für die Kiddies zu gewährleisten. Damit gelang es ihnen, die Schulen erst gar nicht in einen bequemen Wartestand zu überführen, der Unterricht ginge schon bald wieder seinen gewohnten Gang. Sie sollten lieber gleich ordentliche Konzepte aufsetzen.

Und das taten sie offensichtlich. Jana Hochberg hat sich angeschaut, wie die öffentlichen Schulen in San Francisco dies bislang umsetzten. 

Fehlende Geräte wurden bereitgestellt und Hotspots für einen Internetzugang, insbesondere für die Familien, die sich bisher keinen Zugang leisten konnten, installiert. (Was nicht bedeutet, dass alle Schüler*innen aktuell über ein Gerät bzw. Internetzugang verfügen.)Darüber hinaus wurden die ersten Wochen genutzt, um ein Distance Learning Programm aufzustellen, welches auch nach Corona weiterhin eingesetzt werden kann. An dieser Entwicklung waren mehrere Instanzen beteiligt.

Neben den Richtlinien und Handlungsvorschlägen des Departement of Education, einem Weiterbildungsprogramm für Lehrende und vielfältigen Unterstützungsleistungen über verschiedene Plattformen und Best Practice-Entwürfe gelang es, den meisten Schüler*innen einen Zugang zum Distance Learning-Programm und Kontakt zur Schule zu ermöglichen. 

Wird man damit alle Schüler*innen gut betreuen können? Wohl kaum. Aber sie ermöglichen dem Gros der Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern eine Strukturierung ihrer Tage und Wochen vorzunehmen und eine Routine zu ermöglichen, die auch nach der Corona-Zeit sicherlich hilfreich sein wird, flexiblere Lernsettings aufzusetzen.

Okay, sie haben einen großen Vorteil: Die Diskussion ob amerikanischer, gebrauchstauglicher Plattformen muss da nicht geführt werden. Sie können einfach auf dem aufbauen, was schon vorhanden ist. Da klafft ja bei „uns“ ein riesiges Loch …


Artikel am 21. April 2020 erschienen auf Piqd als Hinweis auf den Blog-Artikel von Jana Hochberg Die Krise als Motor der Weiterentwicklung nutzen: Flächenweite Umsetzung von Distance Learning in Kalifornien in allen Schulklassen

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