Corona meets Leopoldina

Letzten Dienstag durfte ich bei den PERLEN VON DEN SÄUEN als „Gästin“ mitdiskutieren. Anselm Maria Sellen, Dejan Mihajlovic und Andreas Hofmann therapieren sich dort wechselseitig hinsichtlich ihrer Sicht auf digitale Bildung in Deutschland.

Den Anlass für diese Videokonferenz gab die 3. Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina zur Exit-Strategie aus den Schließungen aufgrund der Corona-Krise. Vor allem dem Bildungssektor war darin ein ganzes Kapitel gewidmet. Es ging darum, wie Schulen wieder in den „Normalbetrieb“ zurück kehren könnten. Und genau dieses „Normale“ in diesen anormalen Zeiten regt doch einige auf.

Die „Rückkehr zum gewohnten Face2Face-Unterricht“, die Ermöglichung von Prüfungen, das Bemühen der Bildungsungerechtigkeit usw. usf. – all dies signalisiert ein altes Denken und einen Realitätsschock, das wenig verwunderlich eher einer abgehobenen professoralen Akademie entspricht denn den Praxiserfahrungen von Lehrenden und Lernenden.

Wie wir jetzt wissen, hat die Politik diese Empfehlungen zum Anlass genommen, einen Fahrplan aufzusetzen, wie wir wieder in der „Normalität“ landen. In Berlin werden ab heute die Abiturprüfungen abgenommen. Was ein Wahnsinn angesichts dieser verstörenden Realität in dieser Großstadt. Wie soll sich da ein Mensch konzentriert vorbereiten können mit erheblichen Auswirkungen auf den zukünftigen Lebensweg – im „normalen“ Sinne.

Denn welchen Sinn macht eine Abiturprüfung, außer ggf. Numerus Clausus-Kandidat*innen herauszufischen, die unter größtem psychischem Druck ihre Leistung „abrufen“ können?! Wenn auf der anderen Seite das Gros der Lehrenden in Schulen und Hochschulen nicht in der Lage ist, vernünftigen Distance Learning-Unterricht zu absolvieren? Stattdessen wurden nahezu alle Kiddies und Jugendlichen ins Homeschooling entlassen – und damit sich selbst und ihren Eltern überlassen. Dies im Jahre 2020 in einem „Industrieland“. Es ist einfach unfassbar.

Nun denn, schaut euch unseren Talk an, sofern ihr es bislang versäumt hat. Ich habe darin auch davon berichtet, wie es andere Länder handhaben. Kalifornien und China haben bildungspolitisch verantwortungsvoll gehandelt statt alles dem unentschiedenen Chaos zu überlassen. Vielleicht ahnt man so, warum gerade von dort die ganze Digitalisierung proaktiv voran getrieben wird …

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