Wir brauchen eine positive Story für die globale Vernetzung, sagt Rifkin

Jeremy Rifkin residierte wieder im Berliner Adlon und gab Interviews zu seinem neuen Buch über den notwendigen globalen Green New Deal

Er beschreibt zunächst die Entwicklungslinien, die zum nahen Zusammenbruch der Fossil-Industrie führen:

  • Ausbau der Erneuerbaren Energien durch Europa und China
  • Fehlende Amortisierung neuer fossiler Anlagen
  • Kipp-Punkt für Solar und Wind bei 14 % Marktanteil

Das wird so oder so in den nächsten Jahren geschehen. Parallel muss die Politik selbst in neue Infrastrukturen investieren und diese auch im Überbau forcieren.

Wir müssen dafür sorgen, dass das Kommunikationsinternet, das Energieinternet erneuerbarer Energien und ein Mobilitätsinternet aus Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeugen verschmelzen, ausgestattet mit Sensoren, verbunden über das Internet der Dinge und mit den Menschen zu einem globalen neuronalen Netz, als Nervensystem der ökologischen Gesellschaft. Das sagt aber keiner so, es fehlt Erzählung, das Narrativ, der Überbau. Ohne Überbau endet man mit tausend unverbundenen Pilotprojekten, aber nicht in einer neuen Wirtschaft.

Dazu bräuchte es grüne Banken, die grüne Anleihen vor allem für die Billionen-Gelder der weltweiten Pensionsfonds ausgeben. Mit diesem Geld ließe sich die Infrastruktur auf lokaler wie regionaler Basis auf- und ausbauen. Nicht top-down, sondern vernetzt.

In der neuen Ökonomie muss man Netzwerkeffekte nutzen, sich vernetzen, kooperieren. Wir brauchen in Europa Tausende von kleinen und mittleren High-Tech-Unternehmen und -Kooperativen. Deshalb ist eine andere Art der politischen Steuerung unausweichlich!

Es braucht ein Zusammenspiel von gesellschaftlichen Gruppen, Unternehmen, Organisationen und Regierungen, die den Krisenfall als Normalzustand annehmen und gemeinsame Projekte kooperativ angehen – über ein zusammenhaltendes Narrativ. 

Fazit: Die Energiewende vollzieht sich bereits und es muss weiter Druck auf die Industrie ausgeübt werden, nicht auf die Menschen, sich zu ändern.


Artikel am 27. Oktober 2019 erschienen auf Piqd als Hinweis auf den t-online-Interview „Die fossile Ökonomie kollabiert vor unseren Augen“

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