#Belgut – das bedingungslose Lernguthaben

New Work ist die neue, zeitgemäße Kulturtechnik, die ähnlich wie die Einführung des Computers, heute state-of-the-art sein sollte, weil sie eben erfolgreicher ist.
-Sven Franke (AUGENHÖHEworks)

Die zentrale Frage lautet allerdings …

Wie kommen wir dahin?

Zwar spricht heute alle Welt über Arbeiten 4.0, New Work oder die Zukunft der Arbeit. Aber kaum jemand scheint ernsthaft und konsequent die Schlussfolgerungen daraus für sich zu ziehen.

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Die Zahlen sprechen für sich …

  • Bevölkerung in D zwischen 15-65 Jahren“: 53,9 Mio.
  • Davon 50+ Jahre alt: 16,1 Mio.
  • Davon erwerbstätig: 11,1 Mio.

Wie bilden diese sich digital weiter?
(laut Digital-Index)

  • Über Freunde, Bekannte, Kollegen: 62%
  • Über die Familie: 55%
  • Vom Arbeitgeber finanzierte Weiterbildungen: 48%
  • Kostenlose Internetangebote: 27%
  • Selbst finanzierte Weiterbildungen: 17%
  • Bildet sich nicht fort“: 4%Wie eignen Sie sich neues Wissen im Bereich Computeranwendungen und Internet an?

Allerdings: Wissenstransfer ist heute zu wenig

Es braucht aktive, gemeinsame Arbeit in Netzwerken, um innovative, transformative Wege für die Probleme unserer Zeit zu finden. Und diese kollaborative Selbstlernkompetenz bringt kaum jemand mit.

Was also tun?

Unsere Empfehlung: Das bedingungslose Lernguthaben

Das Grundprinzip des #BELGUT

Jede/r erhält ein gewisses Budget zur Verfügung gestellt, um sich je nach Interesse und Neigung weiterzubilden. Wie, wo und was, entscheidet die Person für sich selbst! Bedingungslos!

Aber das haben sie doch nie gelernt, meint ihr?!

Die Fakten: Neue Kompetenzen erforderlich

Der Wettlauf mit den intelligenteren Maschinen ist programmiert. Sie automatisieren alles, was automatisierbar ist. Jeder zweite Jobs ist davon betroffen. Roboter, lernende Maschinen und Software erledigen viele Routinearbeiten effizienter. Bei einem chronischen demografischen Defizit ist das langfristig eine gute Nachricht für die deutschen Unternehmen. Sie brauchen somit weniger Humanressourcen.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage an hochqualifizierten Fachkräften überall, wo die Ökonomie aus neuen Technologien Profit machen kann.

Die neuen Qualitäts-Jobs entstehen in der Kreativ-Ökonomie und der Industrie 4.0. Da sind neben dem MINT-Wissen, digitalem Know-How auch plötzlich Kompetenzen gefragt, die noch nirgendwo kompakt angeboten werden, doch für die Jobs im Jahre 2020 gebraucht werden.

Der Bedarf an zeitgerechten Bildungsangeboten ist enorm und die massive Zuwanderung kompliziert ihn noch durch interkulturelle und sprachliche Kompetenzen. Doch wer hat heute schon Bildungsangebote für Jobs, die es noch gar nicht gibt? Welcher Bildungsträger kann im Schnellverfahren Angebote bereitstellen, mass customized mit einem optimalen ROI und ROE für alle Beteiligte?

Die Lösung: Vertraut der Crowd

Die Gemeinschaft unterstützt den lebenslangen Lernenden im systemischen Bildungsnotstand proaktiv ebenso, wie sie Kleinunternehmen oder Grossbanken fördert.

Ein bedingungsloses Lernguthaben hilft jedem, der sich entweder zeitlebens oder punktuell professionell weiterbilden will und bereit ist, dieses lebenslange Lernen in Eigenverantwortung zu organisieren.

Diese Zukunftsinvestition kostet jeden Lernenden viel Zeit, Energie, Ausdauer und Überzeugung.

Bedingungslos heisst, dass sich jeder Lernwillige frei für betriebsinterne Schulungen, Online-Kurse, Social Learning oder selbstorganisiertes Lernen im Internet entscheiden kann. Er trägt allein die Verantwortung für seinen professionellen Lebenslauf. Darum muss er wie jeder Kleinunternehmer, Freelancer oder Geschäftsmann immer wachsam bleiben.

Ein bedingungsloses Lernguthaben für alle Erwerbstätigen ist an keine offiziellen Träger mehr gebunden. Es „befreit“ die lebenslangen Lerner von der Willkür der Entscheider im lokalen Jobcenter, entgrenzt die Lernmöglichkeiten geografisch, zeitlich und inhaltlich.

Es entspricht dem steigenden Bedarf an hochqualifizierten Mitarbeitern der KMU, die in der dritten (oder vierten) industriellen Revolution wettbewerbsfähig bleiben wollen. Trotz des akuten Fachkräftemangels investieren Mittelständler ungern in Weiterbildungsprogramme, deren Inhalt sie nicht überschauen und deren Kosten sie zeitlich und finanziell nicht tragen können.

KMU müssen sich immer mehr mit dem akuten Fachkräftemangel und den nicht exakt auf ihren Bedarf zugeschnitten Weiterbildungsangeboten auseinandersetzen. Darum ist dieses bedingungslose individuelle Lernguthaben für viele KMU die zeitgerechte und zeitnahe Lösung.

Warum gerade 50+ aktiv werden sollte?

Die Konsequenz: KMU müssen aufschliessen können

Revolutionen scheitern immer an der Basis. Die KMU als Rückgrat der deutschen Wirtschaft schaffen es nicht, den technologischen Quantensprung in Echtzeit umzusetzen. Das liegt nicht etwa an der holprigen Einführung des Arbeiten 4.0 in den Betrieben, sondern an der fehlenden Bildung 4.0.

Bei vielen KMU hapert es da an zwei Ecken gleichzeitig:

  1. Die fehlende Übersicht der Zusammenhänge der digitalen Revolutionsschübe (Web 2.0, semantisches Web, Multi Sided Platforms) erschwert das Verständnis der Cyber-Physical Systems, Big Data Plattformen, Cloud Computing und lernenden Maschinen. Für ganzheitliches Design Thinking reicht das nicht.
  2. Der steigende Innovationsdruck verlangt ständig neues Wissen und Kompetenzen, hoch qualifizierte Mitarbeiter/innen und einen betriebsinternen Wissensaufbau in Echtzeit. Für KMU sind das zusätzliche Herausforderungen.

So steckt die hoch ambitionierte Industrie 4.0 auf der Startbahn zum globalen Höhenflug in den Niederungen des chronischen Bildungsnotstands fest. Die deutschen Großkonzerne lösen ihn durch dezentrale Talentpools, FabLabs an vielen Orten der Welt und den globalen brain drain. Sie können sich dort die besten Leute aussuchen und leisten. Die KMU bringen vor Ort jedoch nicht die nötigen Kompetenzen zusammen, um die neuen Spitzen-Technologien in ihren Betrieben schnell und smart weiter zu verwerten.

Unzureichendes Recruiting 4.0, lückenhafte Vernetzungen in Komponenten und Kompetenz-Clustern, geringer Einsatz des Workforce Marketing sind nur einige zusätzliche Erklärungen für den chronischen Fachkräftemangel. Der digitale (selbstverschuldete) Rückstand der KMU und der allgemeine Bildungsnotstand sind die heimlichen Gebrechen der Industrie 4.0.

Gleichzeitig stellt die Automatisierung aller Routinearbeiten schon zigtausende Erwerbstätige in allen Produktions-und Dienstleistungsbereichen frei, die – ob Informatiker, Jurist oder Sachbearbeiter -, sich schnell und gezielt umqualifizieren müssen. So gesehen ist Bildung 4.0 – das kontinuierliche Lernen im digitalen Wandel – eigentlich die Voraussetzung für Arbeiten 4.0.

Die Bildung 4.0: Kollektive Intelligenz fördern

Die Jobs von morgen entstehen durch das vernetzte Wissen von heute und in den Köpfen von Menschen, die auch vernetzt denken, allein und mit anderen.

Dafür braucht es die Bildung 4.0 – und sie wird als die schöpferische Zerstörung des Bestehenden daherkommen.

Ihre treibenden Kräfte werden sein:

  • die Simultanität und Ubiquität des Wissenstransfers und -aufbaus
  • die komplexen und flüchtigen Kompetenzraster auf dem Arbeitsmarkt, der immer noch den Wert einer Ausbildung bestimmt
  • eine ganz neue binäre Wertschätzung der Bildung, die jeder selbst definiert

Die schöpferische Zerstörung des Bestehenden ist in der Industrie und Arbeitswelt die Voraussetzung für Innovationen. Im Bildungssektor wird sie jedoch zu einem Politikum.

Wer möchte sich hierzulande mit Bildung 4.0 und ihrer schöpferischer Zerstörung der alten Strukturen auseinandersetzen?

Bürokrat/innen, Technokrat/innen, Pädagog/innen und Politiker/innen? Für langwierige Reformen fehlt es zudem an Zeit. Der Staat gibt 10,9 Milliarden für Bildung pro Jahr aus. Ob diese gut investiert sind, hinterfragt niemand. Sonst gäbe es nicht 7,5 Millionen Analphabeten in Deutschland, keinen akuten Fachkräftemangel noch so viele „Bullshit-Jobs“, von denen nur die Ausbilder profitieren und die volkswirtschaftlich ruinös sind.

Anstatt neue Raster und Rahmenbedingungen auszuarbeiten, die beim Richtfest längst veraltet sind, wäre es somit sinnvoller, die Bildung 4.0 auf den kleinsten Nenner zurückzuführen, nämlich auf das selbstorganisierte Lernen des Einzelnen in den neuen Mikro-Einheiten des globalen Lernumfelds. Es ist leichter, ihn direkt und mit sofortiger Wirkung in den eigenen Bildungsprozess einzubeziehen und ihn zum ganzheitlichen Denken zu motivieren als komplexe Strukturen zu basteln.

Ein bedingungsloses Lernguthaben für alle Lernwilligen verschafft jedem die Freiräume, lebenslänglich und bedingungslos, und dazu die Freiheit, die persönliche life-learn-work-balance selbst zu organisieren. In ihnen kann sich jeder Lern-Freiwillige neben seiner Arbeit die Lernzeiten selbst gestalten, allein, im Social Learning oder im learning by doing.

TAKE ACTION: Fangen wir an

Der Staat gewährt dem erwachsenen Erwerbstätigen einen lebenslangen Bildungskredit und zieht ihn dabei in die Pflicht. Vertrauen gegen Freiheit. Jede/r ist für seine Zukunft verantwortlich und wird sein Arbeitsleben unternehmerisch organisieren müssen.

Der freizügige Kapitalismus schreibt heute die Regeln. Sie heissen TTIP und CETA und machen den Angestellten zum Vertragsarbeiter. Es herrscht der pure Neoliberalismus.

„Das ist nicht meine Welt“, spricht Herr Mustermann. Mag sein. Aber es ist die VUCA-Welt der Arbeit im 21. Jahrhundert. So unangenehm und ungewohnt sie auch daher kommt.

Was wir hier versuchen, ist den vielen Kleinen einen Lichtschimmer zu bieten. Denn mit viel persönlichem Einsatz (und dem bedingungslosen Grundeinkommen) können sich die Arbeitenden von morgen vielleicht noch einen kleinen Anteil an Freiheit und Würde bewahren, um in den schnellen Zyklen des Arbeitsmarkts des 21. Jahrhunderts ihre work-life-balance mitzubestimmen und Stress-, Frust- und Burnout-Elemente möglichst klein zu halten.

Das bedingungslose Lernguthaben bekommt nach diesem Konzept jede, die sich weiterbilden will. Sagen wir, der Staat übernimmt 95% der Kosten, wenn die Lernenden zeigen, wie sie das Geld anlegen. Das ist keine Kontrolle, sondern Transparenz 2.0.

Ein Klick genügt – für den Arbeit- oder Auftraggeber, den Sachbearbeiter im Finanzamt, die Kolleg/innen oder Kunden. Im professionellen Portfolio der sozialen Business-Netzwerke kann sich jede/r seine Timeline als aktiv Lernende/r und Arbeitende/r anlegen. Das ist Teil der Transparenz 2.0. LinkedIn, XING, Google und Facebook haben schon die Rahmen für die Zertifizierung 2.0 geschaffen. Weitere werden folgen.

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe ist ein Grundsatz aus dem römischen Recht. In der Netzwerkgesellschaft, deren Regeln fast ausschließlich vom amerikanischen Pioniergeist und der protestantischen Ethik des Kapitalismus geprägt sind, wird sie zum informellen Kriterium der Auslese von Wissensarbeiter/innen.

Das bedingungslose Lernguthaben ist für den Einzelnen keine Garantie auf einen sicheren und gut bezahlten Job mit Festanstellung, sondern nur etwas mehr Solidarität seitens des Staates in der schönen neuen Arbeitswelt. Das ist keine Lösung sämtlicher Probleme. Aber vielleicht ein Anfang. An den sonstigen Rahmenbedingungen muss weiter gearbeitet werden.

Let’s go: Was ihr schon heute tun könnt

STEP 1: Wachse langsam in unsere Arbeiten hinein …

10 mal pro Jahr versenden wir unseren Newsletter mit exklusiven Informationen. Interessiert? Dann schaut bitte hier!

 

STEP2: Schon angemeldet bei unserem MOOC?

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>> Macht mit bei unserem MOOC. Kostenlos!

STEP 3: Kommt mit uns ins Gespräch!

Wir haben eine Slcak-Community, die sich mit Themen an der Schnittstelle von Arbeit & Bildung 4.0 beschäftigt. Vielleicht ist das was für euch?!

Ein Kommentar zu “#Belgut – das bedingungslose Lernguthaben

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